
Molybdän aus Molybdänit gewinnen — Das rutschige Blei, das Stahl verstärkt
Molybdän (Mo, Element 42) wurde jahrhundertelang mit Blei und Graphit verwechselt. Sein primäres Erz, Molybdänit (MoS₂), ist ein weiches, graues, rutschiges Mineral, das optisch und haptisch fast identisch mit Graphit aussieht — beide hinterlassen dunkle Spuren auf Papier, beide haben ein fettiges Gefühl, und beide treten als graue metallische Flocken auf. Der Name Molybdän stammt vom griechischen molybdos ('Blei'), was diese alte Verwechslung widerspiegelt. Es war Carl Wilhelm Scheele, der Molybdänit 1778 zunächst von Graphit unterschied, indem er es mit Salpetersäure behandelte und einen weißen Rückstand (Molybdänsäure, H₂MoO₄) beobachtete, den Graphit nicht erzeugte.
Peter Jacob Hjelm, der nach Scheeles Vorschlag arbeitete, isolierte 1781 erstmals metallisches Molybdän, indem er Molybdänsäure mit Kohlenstoff reduzierte. Das Metall war unrein (kontaminiert mit Molybdänkarbid und Oxid), und wirklich reines Molybdän wurde erst 1893 hergestellt, als Henri Moissan einen Elektrofen verwendete.
Molybdänit (MoS₂) enthält 60% Molybdän nach Masse. Es hat eine Schichtenkristallstruktur, die im Prinzip identisch mit Graphit ist — Schichten von Molybdänatomen zwischen Schwefelalomschichten, mit schwachen van-der-Waals-Kräften zwischen den Schichten. Dies erklärt seine Rutschigkeit und seine Verwendung als Festschmierstoff (Molybdändisulfid-Fett). Die Gewinnung beinhaltet Rösten zu Molybdäntrioxid (MoO₃), gefolgt von Kohlenstoffreduktion.
HAZARD: Das Rösten von Molybdänit erzeugt Schwefeldioxid (SO₂), ein giftiges, erstickendes Gas. Molybdäntrioxid (MoO₃)-Staub reizt Schleimhäute und verursacht einen Zustand namens Molybdänose bei Vieh, das auf molybdänreichem Boden weidet. Verwenden Sie während des gesamten Prozesses Atemschutz. Arbeiten Sie während des Röstens im Freien.
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